Geschichte des
Rettungswesens
Die
SAC-Rettungsstation
Lauterbrunnen wurde
1908 als
33.Stützpunkt des
Schweizer Alpen Club
eröffnet. Damals
noch der SAC Sektion
Oberland angehörend,
denn die Sektion
Lauterbrunnen wurde
ja erst 1911
gegründet. Die
Rettungsstation hat
also ihr Jubeljahr
bereits unbemerkt
überschritten. Das
ist gut so, denn die
Tätigkeit im
Rettungswesen gab in
all den Jahren nur
selten einen Grund
zum Feiern. Und wenn
ein solcher
vorhanden war, so
hat man das immer
spontan getan. Wohl
wissend, dass neue
Rettungs-, Such- und
Bergungsaktionen
durchgeführt werden
müssen. Aber schon
lange bevor die
Rettungsstation
Lauterbrunnen
bestand, waren
bewährte Berggänger
aus unserem Tal bei
Bergungs- und
Suchaktionen
beteiligt. So zum
Beispiel im Juli
1872 als der Lehrer
Merz aus Bern mit
Lehrer von Allmen
und dem Führer
Johannes Bischoff
aus Lauterbrunnen im
Rottalcouloir von
einer Lawine in die
Tiefe gerissen
wurden. Merz
überlebte diesen
Unfall und erreichte
2 oder 3 Tage später
die Stufensteinalp.
Die beiden Begleiter
wurden auf dem
Rottalgletscher tot
geborgen und auf dem
Friedhof in
Lauterbrunnen
beigesetzt. Aber
auch beim Unglück an
der Jungfrau vom 15.
Juli 1887, bei
welchem 6 Mitglieder
der Sektion UTO den
Tod fanden, standen
Bergführer aus
unserem Tal im
Einsatz. Es waren
damals die Führer
Fritz Steiner, Hans
Graf, Christian
Brunner und Konrad
Gertsch. Das Rettungsmaterial
In all den
Jahren wurde auch im
Rettungswesen nach
bewährten
Hilfsmitteln und
Rettungsgeräten
gesucht und
geforscht. Heute
verfügen wir über
alle notwendigen
Hilfsmittel.
Tragbahren,
Funkgeräte,
Ambugeräte,
Notstromgruppe,
Beleuchtungsmaterial,
Stahlseilgerät,
Sondierstangen,
Barry-Fox und vieles
mehr.Der Grossteil
dieses Materials
wurde durch den
Schweizer Alpen Club
finanziert.
Die SAC-Rettungsstation
Nach der
Gründung der SAC
Rettungsstation
Lauterbrunnen
bestand
wahrscheinlich viele
Jahre die
Meldestelle für
Bergunfälle und das
Amt des
Rettungschefs in
Personalunion beim
Pfarrer in
Lauterbrunnen. In
der Festschrift von
1961 schreibt
Pfarrer Junger, dass
er dieses Amt
während mehreren
Jahrzehnten betreut
hat. Wahrscheinlich
1958 wurde die
Meldestelle dem
Polizeiposten
Lauterbrunnen
übertragen. Aus
dieser Zeit finden
wir bei uns auch die
ersten Akten.
Die Hilfe aus der Luft
In den ersten
Nachkriegsjahren
drückten Namen wie
Fredy Wissel,
Hermann Geiger, Ty
Rufer und andere der
zivilen Fliegerei
ihren Stempel auf,
indem sie mit
Flächenflugzeugenverschiedene
Rettungsflüge im
Gebirge ausführten.
1952 wurde in Twann
die Schweizerische
Rettungsflugwacht
gegründet und 1960
machte sich diese
Organisation
selbständig. Die
Technik im
Helikopterbau
verzeichnete rasche
Fortschritte und
bald konnten diese
Luftfahrzeuge auch
im alpinen
Rettungswesen
eingesetzt werden.
Tragbare Funkgeräte
In der
Herbstsession 1959
wurde im Grossen Rat
in Bern ein Postulat
entgegengenommen, in
welchem die Abgabe
von tragbaren
Funkgeräten an die
Polizeiposten im
Gebirge gefordert
wurde. Im August
1961 wurde in
Lauterbrunnen die
erste solche
Funkstation
installiert.
Helikopterbasis der Air Glaciers Lauterbrunnen
Im Frühjahr 1971
stationierte die Air
Glaciers in Sion
einen Helikopter mit
Besatzung in
Lauterbrunnen. Dies
geschah nachdem
Verhandlungen
zwischen dem SAC
Lauterbrunnen, der
Gemeinde
Lauterbrunnen und
der Air Glaciers
Sion stattgefunden
hatten. Vorher kamen
bei
Rettungseinsätzen
die Helikopter
jeweils aus Belp
oder Zermatt, was
natürlich grosse
Zeitverluste gab.
Mannschaft der Rettungsstation
Das Kader und
die Mannschaft
bilden zur
Hauptsache die
Bergführer unserer
Talschaft. Dazu
kommen zusätzlich an
Rettungskursen
ausgebildete
SAC-Mitglieder. Fast
jährlich werden in
unserer Sektion
Rettungskurse
durchgeführt, damit
immer wieder das
neuste Material
vorgeführt werden
kann. Einige unserer
Bergführer werden
bei schweizerischen
Rettungskursen als
Klassenlehrer
eingesetzt. Damit
ist Gewähr geboten,
dass jede Neuerung
und Verbesserung im
alpinen
Rettungswesen auch
bei uns Verwendung
findet. Wiederholt
standen die
Stationen
Grindelwald und
Lauterbrunnen
gemeinsam im
Einsatz.
Abschliessend
ist zu erwähnen,
dass die
Hilfeleistung auf
dem Luftweg viele
Rettungseinsätze
vereinfacht hat. Sie
ist und bleibt aber
immer noch von der
Witterung abhängig.
Auch in Zukunft
werden sich daher
Flugeinsätze und die
Rettungskolonnen
ergänzen müssen. Aus
diesen Gründen
sollte das heute
praktizierte
Zusammenarbeiten
zwischen den
Rettungsstationen
des SAC, der
Schweizerischen
Rettungsflugwacht
und den Bergführern
beibehalten werden.
Eine Verstaatlichung
wäre sicher fehl am
Platz und würde dem
heute gut
funktionierenden
Rettungswesen den
grossen Idealismus
nehmen. Auf
freiwilliger Basis
ist auch heute noch
persönliche
Einsatzbereitschaft
vorhanden und viel
Arbeit rund um das
Rettungswesen
geschieht noch immer
ehrenamtlich. Allen
Rettungschefs,
SAC-Kameraden,
Bergführern und
übrigen Helfern ist
unser Dank sicher.
Die vielen Einsätze
wurden umsichtig
geplant und
zielbewusst
ausgeführt. Soweit
wir uns zurück
erinnern können,
ereignete sich
anlässlich einer
Rettungsaktion oder
Rettungsübung nie
ein Unfall! Auch in
Zukunft werden wir
auf alle Helfer
angewiesen sein. Wir
zählen daher auch in
den kommenden Jahren
weiterhin auf diese
Unterstützung. Mehr
als 75 Jahre besteht
die Rettungsstation,
unzählige Male waren
Leute von uns im
Einsatz um Hilfe zu
bringen, Vermisste
zu suchen und auch
Tote zu bergen. Es
werden sich neue
Probleme und
Aufgaben stellen.
Aber auch in Zukunft
werden wir unser
Möglichstes tun, um
verunglückten
Kameraden in den
Bergen zu helfen.
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