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Tourenberichte 2009
Dom
24./25. Juli 2009
Bergführer: Martin
Schürmann
Teilnehmende:
Therese Gertsch,
Werner Gisler,
Madeleine Bieri
(Tourenleiterin)
Wieder einmal
beschlossen wir, den
Zürcher
Wetterbericht für
das Südwallis nicht
allzu wörtlich zu
nehmen. Und wieder
einmal lagen wir
richtig. Während es
am Samstag im Norden
offenbar relativ
unfreundlich war,
standen wir auf dem
Gipfel des Dom unter
wolkenlosem Himmel.
Aber der Reihe nach
…
Am
Freitagvormittag
trafen wir uns am
Bahnhof in Randa,
blickten die steilen
Walliser Berghänge
hoch und sprachen
uns gegenseitig Mut
zu für den langen
Domhüttenweg.
Zickzack Zickzack
gings aufwärts durch
den Lärchenwald, in
dem angesichts der
Erdbeeren in einigen
von uns die zweite
Hälfte der
steinzeitlichen
Jäger-und-Sammler-Gene
geweckt wurden. Bald
war Schluss mit
Wald, allerdings
noch lange nicht mit
Zickzack Zickzack …
immer steiler wurde
der Weg und ähnelte
im oberen Teil einem
Klettersteig, wo auf
einem Felsabsatz in
bester Aussichtslage
ein Steinbock das
komische Treiben der
Zweibeiner
überwachte. Die
Schreibende hatte
einen Krampf im
Fuss, die anderen
Drei Schweiss in den
Augen, aber
irgendwann waren die
Felspassage und die
folgende Geröllhalde
überwunden – und da
war sie, die
Domhütte! Fertig mit
Zickzack Zickzack.
Martin traf im neuen
Hüttenwart einen
alten Bekannten,
alle wurden wir
kulinarisch
verwöhnt, sogar das
Brot war
selbstgebacken. Die
neue Domhüttencrew
ist super, kein
Vergleich mit dem
unhaltbaren Zustand
unter dem früheren
Hüttenwart. Im
grossen Raum im
Obergeschoss zu
schlafen war
trotzdem schwierig
und die Nacht
ohnehin sehr kurz.
Um Viertel nach Drei
stolperten wir in
mondloser aber
sternenklarer Nacht
die Moräne und den
Gletscher zum
Festijoch hoch. Dort
gabs eine
Schrecksekunde, als
eine vorangehende
Seilschaft einen
grossen Stein löste
und wir dem Geschrei
nach fürchteten, es
sei jemand
abgestürzt. Zum
Glück Fehlalarm. Im
Festijoch empfing
uns eisiger
Nordföhn, der uns
von da an nie wieder
in Ruhe liess – es
wurde kalt und immer
kälter, je weiter
wir auf dem
Hohberggletscher und
dem Nordhang des Dom
kamen. So kalt, dass
wir nur ein einziges
Mal kurz anhielten,
um sämtliche
Textilien
anzuziehen, die wir
dabei hatten, und
ansonsten den
gesamten Aufstieg an
einem Stück
abspulten. Auf den
letzten 400
Höhenmetern kämpfte
Werner mit der Höhe,
während die
Frauenseilschaft
eher mit der Kälte
ein Problem hatte.
Aber dann ging es
plötzlich nicht
mehr weiter aufwärts
– wir waren oben und
hatten (fast) das
gesamte
Alpenpanorama unter
uns! Ein tolles
Gefühl, das wir aber
leider nicht lange
geniessen konnten,
da es viel zu kalt
war.
Der Abstieg zur
Hütte ging ungewohnt
„gäbig“: Aufgrund
der tiefen
Temperaturen war der
Firn immer noch
gefroren, so dass
nicht – wie am
Gwächtenhorn –
Schneewaten angesagt
war. Weit wars
trotzdem. Wie gut
schmeckte da bei der
Hütte der
Apfelstrudel mit
Vanillesauce! Aber
dann … es war
Samstag, für den
Sonntag gutes Wetter
gemeldet, ergo die
Hütte inklusive
Notmatratzen
platschvoll – wir
mussten bzw. wollten
noch ins Tal.
Zickzack Zickzack
Zickzack … es nahm
fast kein Ende. Zum
Glück nur fast.
Irgendwann konnten
wir dann doch in
Randa am Bahnhof die
Fusssohlen im
Brunnen löschen. Der
Oberschenkel-Muskelkater
für den kommenden
Tag war
vorprogrammiert, ein
klarer Fall für „Dul-X“.
Aber egal! Diese
Top-Tour hat die
Anstrengung wirklich
gelohnt. Danke,
Martin, für die
sichere Führung. Und
Gratulation ganz
besonders an Werner
zu seinem ersten
Schweizer 4000er!
Bericht: Madeleine
Bieri |