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Tourenberichte 2008 Sektionstour Galmschibe 17.
Februar 2008
Teilnehmer: Margrit
und René Feuz, Ivo
Kreiliger
Leiterin: Madeleine
Bieri
Am geplanten
Gemmenalphorn
herrschte akuter
Schneemangel – also
was tun? Der
Vorschlag des
hinteren Diemtigtals
fand Zustimmung. Die
private
Rekognoszierungstour
auf die Drümännler
am Vortag bestätigte
den Verdacht, dass
man es gar nicht
erst versuchen
sollte, nach dem
nicht mehr
vorhandenen
Pulverschnee zu
suchen, dass aber
stiele Südhänge
bereits aufgesulzt
waren, trotz erst
Mitte Februar.
Deshalb entschlossen
wir uns für die
Galmschibe mit ihren
langen Süd- und
Westhängen, obwohl
die Schneeschicht
dort ziemlich dünn
wirkte.
Bei eisigen
Morgentemperaturen
trappelten wir im
Vorder Fildrich,
einem Seitental der
Grimmialp los. Die
Schlüsselstelle
erwartete uns in der
ersten halben
Stunde, ein völlig
vereister Waldweg,
bei dem wir uns
einen Pickel
wünschten. Nach dem
etwas ruppigen
Aufstieg durch eine
zerfahrene
Waldschneise
erreichten wir die
Alp Mittelberg und
offenes Gelände. Nun
konnte die Tour
richtig beginnen –
auch die Sonne war
da.
Nach
höhenmetermässig gut
der Hälfte des
Aufstiegs stellten
uns die Diemtigtaler
eine sonnige Bank
vor einem Alphüsi in
den Weg, an der wir
unmöglich
vorbeigehen konnten.
René erzählte von
seinem
Rettungseinsatz am
Vorabend, Ivo
versuchte, sein Pack
Bündnerfleisch
aufzubekommen und
der Tourenleiterin
taute endlich auch
die Nasenspitze auf.
Frisch gestärkt ging
es anschliessend an
den eigentlichen
Galmschibehang. Um
die Harscheisen
waren wir alle froh,
der Schnee war hart
gefroren. Die Spur
hatte eine gute
Neigung, die langen
Zickzack brachen uns
zügig hoch. Unter
den Gipfelfelsen
gabs ein Skidepot,
danach stürchelten
wir die letzten
Meter hoch und
suchten uns einen
Picknickplatz. Wäre
eine andere Gruppe
von ca. einem
Dutzend Leuten nicht
gewesen, wir wären
ganz alleine dort
oben gesessen – zu
unserer
Überraschung, denn
die Galmschibe gilt
als schöner aber
überlaufender
Tourenberg. Ohne
viel Zugluft und bei
relativ milden
Temperaturen
genossen wir die
Aussicht,
beobachteten andere
Tourenfahrer an der
Männliflue – das
nächste lohnende
Ziel für Sulzschnee,
allerdings etwas
länger – und warfen
dem Kolkraben die
Wurstreste zu.
Einige von uns
(einer von uns,
genauer gesagt)
legte(n) sich der
Länge nach hin und
genehmigte(n) sich
ein wohlverdientes
Mittagsnickerchen.
Nach der obligaten
Verewigung im
Gipfelbuch kraxelten
wir über die Felsen
zum Skidepot zurück
und waren gespannt
auf die Abfahrt.
Würde die Rechnung
aufgehen? Sie ging
auf. Es war noch
nicht der ganz
perfekte
End-März-Sulzschnee,
aber es war besser
als gedacht. Die
andere Gruppe war
vorher abgefahren
und hatte uns
freundlicherweise
die ärgsten Knubbel
aus dem Weg
planiert. Die aperen
Stellen, die von
unten abschreckend
gewirkt hatten,
entpuppten sich als
problemlos, nur an
einer Stelle
trippelten drei von
uns vorsichtig über
ein paar Meter Gras
und Kuhdreck vom
Vorsommer, während
Ivo mit viel
Skivertrauen Vollgas
darüber fuhr.
Sonderdisziplin
Gras-Skifahren. Das
Labyrinth-mässige
Intermezzo in der
Walschneise ging
besser als
befürchtet, es
folgte die flache
Ausfahrt über offene
Matten nach
Vorder-Fildrich –
ohne einen einzigen
Stockstoss konnten
wir drei Meter neben
dem Auto die Ski
ausziehen.
Bilanz der ganzen
Übung: Frühes
Aufstehen, ein
wunderschöner,
entspannter
Tourentag, eine
bessere Abfahrt als
bei diesen
Verhältnissen
erwartet, und die
Erkenntnis, das es
sich lohnt, das
Diemtigtal
skitourenmässig
näher kennen zu
lernen.
Bericht: Madeleine
Bieri |