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Tourenberichte 2008
Tourenbericht
Gross Muttenhorn,
24. August 2008
Tourenleiterin:
Hans Boss
Teilnehmer: Rosmarie
Boss, Gerhard Huber,
Marcel von Allmen,
Madeleine Bieri
Bergführer: Hans
Boss
Das Nadelhorn fiel
in den Schnee. Der
klettersteigähnliche
Aufstieg zur
Mischabelhütte am
Samstag bei den
Niederschlägen und
der tiefen
Schneefallgrenze
sowie die
verschneiten Felsen
im oberen Teil des
Aufstiegs zum
Nadelhorn waren uns
zu heikel. Deshalb
entschied sich Hans
für eine eintätige
Ausweichtour am
Sonntag aufs Gross
Mutthorn im Furka- /
Rotondogebiet.
Als wir an der Furka
aus dem Auto
stiegen, erwarteten
uns stockdicker
Nebel,
Minustemperaturen,
ein eisiger Wind,
Reif und etwas
Schnee im Gras und
gefrorene
Wasserpfützen. Den
Optimismus vermochte
das allerdings nicht
zu schmälern – zu
Recht: bald schon
wich der Nebel
stahlblauem Himmel.
Durch eine geröllige
Moränenlandschaft
stiegen wir gegen
den schwindenden
Gletscher auf. Als
die Sonne über die
umliegenden Grate
kam, strahlte er mit
seinem Schäumchen
Neuschnee blenden
weiss. Anseilen,
Steigeisen an die
Schuhe und weiter
gings über das
knirschende Eis. Im
oberen Teil wies er
einige Spalten auf,
aber die Spur führte
in einem guten Bogen
um alle herum und
auf den Felsgrat.
Dort liessen wir die
Eisgeräte zurück und
stiegen weiter –
meistens über
Wegspuren, manchmal
gabs auch hübsche
Blockgratpassagen.
Die könnten
eigentlich alle
umgangen werden,
aber das wäre schade
gewesen. Wo die
Sonne noch nicht
hingekommen war, lag
ein Schäumchen
Neuschnee, das das
Ganze stellenweise
sehr rutschig machte
– da wären wir am
Nadelhorn ziemlich
ins Dribbeln
gekommen.
Oben auf dem Gipfel
öffnete sich uns
eine Aussicht, wie
man sie von vielen
Viertausendern aus
nicht hat: Ins
Rotondo- /Binntalgebiet,
nach Osten bis zum
Piz Rosegg und Piz
Bernina, zum
schwindenden
Rhonegletscher,
Galenstock (dessen
Firnkappe war auch
schon mal
zusammenhängender),
zu den Berner
Hochalpen (das
Finsteraarhorn ist
eindrücklich von
dieser Seite her),
im Südwesten Monte
Rosa, Mischabel,
Weisshorn und Mont
Blanc (an dem sich
ein Lawinen-Drama
abspielte, aber das
wussten wir in jenem
Moment noch nicht).
Während unten auf
der Passstrasse die
Töfffahrer ihre
Rennen fuhren,
sassen wir auf dem
Gipfel, genossen die
Aussicht, den
Frieden und
versuchten uns
möglichst dekorativ
auf einem Gipfelfoto
zu verewigen.
Beim Abstieg
bewunderten wir ein
„Alpengärtchen“ aus
Frühlingsenzianen
(die haben sich wohl
in der Jahreszeit
geirrt bzw. blühten
zum zweiten Mal) und
rosa Pölsterchen,
Gerhard füllte
seinen Rucksack mit
Quarzsteinen (die
2x2 m2
grosse Platte liess
er allerdings
schweren Herzens
liegen). „Es
herbschtelet“. Die
Luft herbstlich
klar, der Wind kalt,
die Schatten länger,
die Farben wärmer,
die Matten mit einem
Gelbstich… Untern
auf dem Gletscher
fanden wir die
Überreste eines
alten Schuhs und
sonst noch allerlei
Gerümpel (warum kann
das Militär nicht
richtig aufräumen,
wenn es denn schon
die Alpen als
Kriegsspiel-Arena
nützen muss?), dann
gings zurück zur
Passstrasse. Die
Rückfahrt verlief
problemlos, mit
einigen
interessanten
Beobachtungen
entlang der Strasse
(zum Beispiel: sogar
die Massenunterkunft
im
heruntergewirtschaftet
wirkenden Gletsch
setzt auf Duvets)
und einem
Zwischenstopp in der
Handegg für
Cappucchino und den
ultragrossen
Bergsteiger-Nussgipfeln,
dem seit dem
Kletterausflug ins
Sommerloch am
Rätrichsbodensee
bekannten
Geheimtipp.
Fazit: Eine lohnende
Ausweichtour an
einem wunderschönen
Spätsommertag.
Bericht: Madeleine
Bieri
Galt nicht als
Führertour, deshalb
keine
Bergführerkosten –
merci, Hans! |