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Tourenberichte 2008
Tourenbericht
Gspaltenhorn,
28./29. Juni 2008
Tourenleiterin:
Madeleine Bieri
Teilnehmer: Fränzi
Abbühl, Marcel von
Allmen, Peter
Stauffer, Ivo
Kräuliger
Bergführer: Toni von
Allmen
Zum Glück kennen
wir die Aussicht vom
Schilthorn, sonst
wären wir enttäuscht
gewesen –
stockdichter Nebel
auf dem Piz Gloria,
zum Ärger der
Touristen. Uns aber
gleichgültig, denn
wir machten uns auf
den Weg zum Rote
Härd und weiter auf
dem „Nichtweg“ im
Hang unter der
Hundsflue durch,
wobei wir Dutzenden
Murmeltieren durch
den Villen-Vorgarten
tschalpten. Bald
grüsste die Sonne
ebenso wie die
Gemsgruppe, der
Adler – und der
Geier, den wir auf
der Sefinefurgge
gegen die Bütlasse
fliegen sahen. Über
Schneefelder gings
mühelos hinunter
gegen das Gamchi,
ums Egg in den
Gspaltenhornhüttenweg
– und schon
erwarteten und die
Hüttenwarte mit dem
Begrüssungstee
(wobei der für Toni
nach etwas anderem
aussah…). Bald wurde
zum Znacht gerufen;
Toni zeigte der
deutschen Gruppe,
was ein wahrer
Stocki-Seeli-Baumeister
ist (wobei auch
Meister von
unfreiwilligen
Flutwellen nicht
verschont bleiben)
und vom Dessert
blieb für einmal
keines übrig.
Anschliessend
genossen wir die
letzten
Sonnenstrahlen auf
der Terrasse und
sahen den jungen
Gemsen beim Spielen
zu.
Morgens vor fünf Uhr
marschierte Fränzi
schon im T-Shirt los
und daran änderte
sich auch im
Verlaufe des Tages
nichts mehr. Dank
des noch fast
durchgängigen
Schneefeldes kamen
wir mühelos in den
Bütlassesattel –
wenn das alles
Schutt gewesen wäre…
Genauso mühelos
gings weiter über
den Nordwestgrat
Richtung
Gspaltenhorngipfel.
Die Sonne schien,
angenehme
Temperaturen, der
Fels aper und
trocken und selbst
auf dem obersten
Grat nur noch
einzelne
Firnstellen, für die
wir aber die
Steigeisen nicht
brauchten… noch
besser hätten die
Verhältnisse nicht
sein können.
Der Abstieg
erforderte nochmals
ganze Konzentration,
die Tiefblicke dabei
waren eindrücklich
und veranlassten den
einen oder anderen
von uns, leer zu
schlucken. Im
Bütlassesatel
machten wir Halt, um
etwas zu essen und
Kriegsrat zu halten
– da entdeckten wir
einen grossen
Schatten an den
Felsen der Bütlasse.
Wieder der
Bartgeier; er drehte
seien Runden neben
dem Sattel, beäugte
uns neugierig und
verschwand dann
Richtung Sefinenhorn.
Eindrücklich.
Was nun? Die
Verhältnisse waren
top, wir waren früh
dran und Toni hatte
schon in der
Planungsphase davon
geredet, noch über
den Südostgrat der
Bütlasse zu steigen
und von dort her die
Sefinenfurgge zu
erreichen. Was er
mit Fränzi und mir
denn auch tat.
Peter, Marcel und
Ivo hingegen
entschieden sich für
den direkten
Abstieg. Auf dem
Schnee vernichteten
sie effizient Höhe
und kamen bald auf
den Hüttenweg.
Marcel sollten wir
später in der
Rotstockhütte wieder
sehen, während Peter
und Ivo gegen die
Griesalp abstiegen.
Da suchte Toni uns
also den Weg über
die Felstürme und
Schutthalden des
Bütlasse-Südostgrates.
Gar nicht so
einfach, denn die
Route wird selten
begangen und daher
gibt’s weder
Steigeisenkratzer
noch Speckschwarten
an den Felsen zur
Orientierung. Nur
zwei, drei
Steinmannli und ein
dickes Fixseil an
der Schlüsselstelle,
einem leicht
überhängenden Kamin.
Für Fränzi und mich
ein Murks, denn
Klimmzüge am Seil
zählen nicht gerade
zu unserer
Spezialität. Die
einfacheren
Kletterpassagen und
die Gehstrecken
erforderten nicht
weniger Einsatz,
wenn auch anderer
Art: Der Fels war
alles andere als
bombenfest und die
Schutthalden wurden
bei der kleinsten
Berührung lebendig.
Von der Bütlasse
gings über noch mehr
Schutt und Schnee,
ohne Umweg über die
Sefinenfurgge,
direkt in den Boden
des Hundsbach und
von dort zur
Rotstockhütte. Nach
einer verdienten
Flüssigkeitspause
trabten wir, jetzt
wieder zusammen mit
Marcel, Richtung
Mürren – „Traben“
ist der richtige
Ausdruck, denn das
Gewitter rückte
heran. Es tröpfelte,
es hörte wieder auf,
es tröpfelte… wir
dachten, wir
schaffens gerade
noch, aber 10
Minuten vor der
Bahnstation legte
der Regen los. Egal
– dem perfekten
Tourentag tat dies
keinen Abbruch mehr.
Bericht: Madeleine
Bieri
Von den
Teilnehmenden
bezahlter Anteil an
der Bergführertaxe:
80.- pro Person und
Tag = total 800.- |