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Tourenberichte 2009

Tourenbericht Hagleren (Entlebuch) 25. Januar 2009
Joint Venture mit der Sektion Pilatus

Sektion Lauterbrunnen: Madeleine Bieri (Tourenleiterin), Werner Gisler
Sektion Pilatus: Stefi Jost (Tourenleiter), Ivo Kreiliger, Franz, Kudi, Sten, Böbu (der eigentlich Dank heisst)

Was tun, wenn es zwar toll geschneit hat und der Wetterbericht für den geplanten Tourentag Hammerwetter verspricht, die Lawinengefahr jedoch im ganzen Alpenraum (und im Jura!) auf Stufe "erheblich +" ist - und man trotzdem den -Anspruch hat, das Gräbel am Rauflihorn im Diemtigtal zu vermeiden? Mein Blick richtete sich aufs Entlebuch. Als ich per "Buschtelefon" (Stefi ist Ivos Schwager) erfuhr, dass ein paar Leute der Ortsgruppe Surental der Sektion Pilatus in die gleiche Richtung ausrückten, lag es nahe, die beiden Übungen zusammenzulegen.

Vom Treffpunkt am Bahnhof Schüpfheim gings mit zwei Autos auf der Sörenberg-Strasse nach Flühli und von dort auf einem schneebedeckten Alpsträsschen in den Bleikenboden. Ob das Tourenziel die Hagleren oder der Chli Fürstein werden würde, war immer noch unentschieden, das hing von den Strassen- und Parkverhältnissen ab.

Um 09:00 Uhr stapften wir in einem Schattengraben auf rund 1200 Meter los, aber schon nach wenigen Kurven auf der tief verschneiten Forststrasse kamen wir in offenes Alpgelände und an die Sonne. Zu unserer Überraschung waren wir die ersten, so dass wir eine neue Spur legen konnten. Der sanfte Aufstieg über den frisch verschneiten, kilometerlangen, mit krummen Wetterföhren bewachsenen Rücken der Hagleren war landschaftlicher Genuss pur und bot für Sten, der schon Bilder auf der Titelseite des Alpen-Hefts platziert hat, schöne Fotosujets.

Nach einer kurzen Pause gings in den schattseitigen Aufstieg auf einem nächsten, windausgesetzten Rücken und zum höchsten Punkt auf der Hagleren auf 1948 Metern Höhe. Dort erwartete uns ein schöner Tiefblick nach Sörenberg, gegen die Schrattenflue und in den Nordhang des Brienzer Rothorns. Das Alpenpanorama war so weit östlich etwas ungewohnt - Wetterhorngruppe, Trift, Susten, Titlis, Säntis, Pilatus. Noch wenige andere Tourenfaher und ein Schneeschuhgänger trudelten ein, aber alles in allem war und blieb es erstaunlich ruhig.

Nach der leicht zugigen Gipfelrast erwartete und eine Abfahrt in ... eher gemischten Schneeverhältnissen. Oben wars nicht so toll - 5 cm Neuschnee über einem nicht tragenden Harschdeckel über unregelmässigem Altschnee. Weiter unten allerdings fanden wir je nach Exposition im Schatten der Baumgruppen teilweise schönen Pulverschnee auf tragender Unterlage. Mehr oder weniger elegant den Hindernissen ausweichend - es war von Vorteil, wenn man den Zaunposten-Umkurven, Wasserrinnsal-Gräben-Überspringen und Slalomfahren zwischen den jungen Föhren beherrschte - erreichten wir unfallfrei wieder den Ausgangspunkt. Im Kurhaus Flühli liessen wir die Tour bei Saurem Most, Suppe und Kaffee ausklingen.

Fazit:

1. Die Kollegen von der Sektion Pilatus beherrschen das "schlau" Laferen genauso gut wie die Lauterbrunner, man muss sich allerdings an den Dialekt gewöhnen.

2. Es ist nicht ratsam, bei der Pause in einer Mulde im Lee die Ski auszuziehen. Das gibt einiges an Buddelarbeiten und Schnee in den Skischuhen.

3. Genügend Schnee vorausgesetzt, bietet das Entlebuch an kritischen Lawinentagen überraschend lohnende und vor allem sichere Tourenziele.

Bericht: Madeleine Bieri

 

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© SAC Sektion Lauterbrunnen 2009