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Tourenberichte 2010
Kletter-Ausbildungstag,
05. Juni 2010
Bergführer: Daniel
Oberli
Teilnehmer: Therese
Gersch, Ivo
Kräuliger, Gil
Ducommun, Madeleine
Bieri (Leiterin)
Geplant war der
Kletter für den 30.
Mai, aber da die
Wetterprognosen
nichts Gutes
versprachen –
tatsächlich regnete
es an jenem Sonntag
nur einmal –
verschoben wir das
Ganze in Absprache
mit den
Teilnehmenden um
eine knappe Woche,
was sich als guter
Schachzug entpuppte:
Bei strahlendem
Wetter führen wir um
8 Uhr in Interlaken
ab Richtung
Rätrichsbodensee.
Die Platten sahen
schön trocken und
sonnig aus,
vorfreudig
schulterten wir die
Rucksäcke mit dem
Material und trabten
Richtung Sektor
Azalee Beach.
Allerdings stellten
wir dann fest, dass
am Fuss der Felsen
beim Einstieg noch
ziemliche
Schneefelder lagen,
was uns veranlasste,
zu anderen Routen
weiter rechts zu
gehen. Dort hatten
wir die
Herausforderung
eines Wildbaches in
einer Wasserleitung,
aber dank Danis und
Ivos
Improvisationstalent
(Seilgeländerkonstruktion)
kamen wir alle
trockenen Fusses
über Wasser zum
Einstieg. Sofern wir
überhaupt noch
trockene Füsse
hatten, heisst das,
denn bis hierher
waren wir bereits
durch einige Bäche,
Schlammlöcher und
Schneefelder
gestürchelt. Ivo und
Gil, die nur
Trekkingsandalen
hatten, kamen so zu
einer
Gratis-Kneippstunde.
Aber in Nepal sind
die Sherpas
schliesslich auch in
Strandschlappen auf
den Gletschern
unterwegs.
Nach einer ersten
Theoriestunde –
Stand bauen,
Seilkommandos etc.
gings an den Felsen.
Rätrichsbodensee-Platten
bedeuten: Es hat gar
keinen Sinn, nach
Griffen und Tritten
zu suchen, es gibt
nämlich keine…
Einfach hinstehen
und darauf
vertrauen, dass dies
hält. Zumindest für
mich im Vorstieg ein
gewisses
Psycho-Spielchen.
Bis auf wenige
Stellen war die
Route trocken, der
Fels wunderschön
warm und die Gegend
an der Grenze
zwischen Winter und
Frühling herrlich.
Auf der Passstrasse
gab es zwar viel /Töff-)Verkehr,
aber beim Klettern
waren wir so gut wie
alleine. Ein
Murmeltier
durchwühlte unsere
Rucksäcke, liess
aber zum Glück Danis
Güetzipack in Ruhe.
Nach dem Klettern
folgte das Abseilen,
eine Aufgabe war,
alle 5 Leute
möglichst effizient
herunterzubringen.
Die Wartezeiten, die
es trotzdem gab,
konnten an den
bequemen Ständen in
diesen Platten
bestens zum
Faulenzen genutzt
werden – es gab da
jemanden in der
Gruppe, der diese
Kunst meisterlich
beherrschte. Aber
diese Foto sehen wir
besser nicht als
Titelbild für die
clubnachrichten vor,
es gäbe einen
falschen Eindruck
der Aktivitäten der
Sektionsmitglieder…
unten angekommen
erwartete uns ein
Überraschung: Der
Bach in der Leitung,
über den wir schon
am Morgen nur mit
Turnerei gekommen
waren, führte jetzt
doppelt so viel
Wasser und manchmal
auch Steine.
Todesmutig hangelte
sich Ivo am Seil
hinüber zu den
Rucksäcken, wurde
aber tropfnass. Also
beschlossen wir, auf
der Seite bei den
Platten zu bleiben,
Ivo warf die
Rucksäcke hinüber
und kam dann nach
einem ziemlichen
Umweg über einen
Lawinenkegel wieder
zu uns.
Nach dem
Nachmittags-Picknick
gingen wir noch eine
zweite Route an, auf
der bewusst Therese
und Gil vorstiegen,
um auch das zu üben.
Beim Abseilen am
letzten Stand zeigte
Dani dann Ivo und
mir noch, wie man
eine
Notfall-Seilverlängerung
beim Abseilen bauen
kann. Ziemlich viele
Karabiner, ziemlich
viele Knöpfe… das
müsste man jetzt,
genau wie die
Flaschenzüge,
regelmässig üben, um
es nicht wieder zu
vergessen.
Dann ging der
Kletter-Ausbildungstag
bei schönstem Wetter
in der tollen
Granitwelt des
Rätrichsboden zu
Ende.
Merci, Dani – jede
und jeder von uns
hat an diesem Tag
viel gelernt.
Bericht: Madeleine
Bieri |