>PORTRAIT
>TOURENWESEN
>2010
>2011
>2012
>JO
>HUETTEN
>MITGLIEDER
>FOTOS
>LINKS
>HOME

 

Tourenberichte 2010

 

Kletter-Ausbildungstag, 05. Juni 2010

Bergführer: Daniel Oberli
Teilnehmer: Therese Gersch, Ivo Kräuliger, Gil Ducommun, Madeleine Bieri (Leiterin)

Geplant war der Kletter für den 30. Mai, aber da die Wetterprognosen nichts Gutes versprachen – tatsächlich regnete es an jenem Sonntag nur einmal – verschoben wir das Ganze in Absprache mit den Teilnehmenden um eine knappe Woche, was sich als guter Schachzug entpuppte: Bei strahlendem Wetter führen wir um 8 Uhr in Interlaken ab Richtung Rätrichsbodensee. Die Platten sahen schön trocken und sonnig aus, vorfreudig schulterten wir die Rucksäcke mit dem Material und trabten Richtung Sektor Azalee Beach.
Allerdings stellten wir dann fest, dass am Fuss der Felsen beim Einstieg noch ziemliche Schneefelder lagen, was uns veranlasste, zu anderen Routen weiter rechts zu gehen. Dort hatten wir die Herausforderung eines Wildbaches in einer Wasserleitung, aber dank Danis und Ivos Improvisationstalent (Seilgeländerkonstruktion) kamen wir alle trockenen Fusses über Wasser zum Einstieg. Sofern wir überhaupt noch trockene Füsse hatten, heisst das, denn bis hierher waren wir bereits durch einige Bäche, Schlammlöcher und Schneefelder gestürchelt. Ivo und Gil, die nur Trekkingsandalen hatten, kamen so zu einer Gratis-Kneippstunde. Aber in Nepal sind die Sherpas schliesslich auch in Strandschlappen auf den Gletschern unterwegs.
Nach einer ersten Theoriestunde – Stand bauen, Seilkommandos etc. gings an den Felsen. Rätrichsbodensee-Platten bedeuten: Es hat gar keinen Sinn, nach Griffen und Tritten zu suchen, es gibt nämlich keine… Einfach hinstehen und darauf vertrauen, dass dies hält. Zumindest für mich im Vorstieg ein gewisses Psycho-Spielchen. Bis auf wenige Stellen war die Route trocken, der Fels wunderschön warm und die Gegend an der Grenze zwischen Winter und Frühling herrlich. Auf der Passstrasse gab es zwar viel /Töff-)Verkehr, aber beim Klettern waren wir so gut wie alleine. Ein Murmeltier durchwühlte unsere Rucksäcke, liess aber zum Glück Danis Güetzipack in Ruhe.
Nach dem Klettern folgte das Abseilen, eine Aufgabe war, alle 5 Leute möglichst effizient herunterzubringen. Die Wartezeiten, die es trotzdem gab, konnten an den bequemen Ständen in diesen Platten bestens zum Faulenzen genutzt werden – es gab da jemanden in der Gruppe, der diese Kunst meisterlich beherrschte. Aber diese Foto sehen wir besser nicht als Titelbild für die clubnachrichten vor, es gäbe einen falschen Eindruck der Aktivitäten der Sektionsmitglieder…
unten angekommen erwartete uns ein Überraschung: Der Bach in der Leitung, über den wir schon am Morgen nur mit Turnerei gekommen waren, führte jetzt doppelt so viel Wasser und manchmal auch Steine. Todesmutig hangelte sich Ivo am Seil hinüber zu den Rucksäcken, wurde aber tropfnass. Also beschlossen wir, auf der Seite bei den Platten zu bleiben, Ivo warf die Rucksäcke hinüber und kam dann nach einem ziemlichen Umweg über einen Lawinenkegel wieder zu uns.
Nach dem Nachmittags-Picknick gingen wir noch eine zweite Route an, auf der bewusst Therese und Gil vorstiegen, um auch das zu üben. Beim Abseilen am letzten Stand zeigte Dani dann Ivo und mir noch, wie man eine Notfall-Seilverlängerung beim Abseilen bauen kann. Ziemlich viele Karabiner, ziemlich viele Knöpfe… das müsste man jetzt, genau wie die Flaschenzüge, regelmässig üben, um es nicht wieder zu vergessen.
Dann ging der Kletter-Ausbildungstag bei schönstem Wetter in der tollen Granitwelt des Rätrichsboden zu Ende.
Merci, Dani – jede und jeder von uns hat an diesem Tag viel gelernt.

Bericht: Madeleine Bieri

 

nach oben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© SAC Sektion Lauterbrunnen 2010