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Tourenberichte 2009
 

Skitour Leckihorn / Stotzig Firste 4./5. April 2009

Teilnehmer: Margrit Feuz, Barbara und Janik Good, Peter Sulzer, Werner Gisler, Ivo Kreiliger, Madeleine Bieri

Tourenleiter: René Feuz

Zwischen mannshohen Schneewänden trugen wir um ca. 11.20 Uhr in Realp unsere Skis dem Strässchen entlang, bis wir nach einigen hundert Metern in die Bindungen steigen und den Aufstieg zur Rotondohütte "z'grächtem" beginnen konnten. Etwas Langärmliges trug da schon niemand mehr. Trotz der Wärme war der Schnee aber erstaunlich gut, keine Spur von gefürchtetem Sumpf. Hingegen zeigten die vielen Grundlawinen an den Hängen der anderen Bachseite des Witenwassertals, dass die Wärme arbeitete. Für die Pausen suchten wir uns "den nächsten Hubel" aus und genossen den Inhalt unserer Proviantsäcke, wobei einige aufs Hinsitzen verzichteten, da das anschliessende Wiederaufstehen zu anstrengend gewesen wäre.
Während der letzten Stunden des Aufstiegs wurden wir sprichwörtlich gekocht, da uns kein Lüftchen mehr erreichte. Janik wählte die Variante "Augen zu und durch" und spurtete allen davon zur Hütte, während Ivo die Variante "Fusssohlen löschen im Schnee" bevorzugte. Bei der Hütte war Flüssiges in allen Variationen angesagt, ehe die Wolken uns von der Terasse in den Schlafraum vertrieben, wo der erste Verdacht aufkeimte, dass man wohl ein bisschen zu viel Sonne erwischt haben könnte... Beim Znacht wurde die Hüttencrew ihrem Ruf, eine hervorragende Küche zu betreiben, gerecht. Nachts konnten wir trotz vollem Schlafraum erstaunlich gut schlafen, da erstens die Duvets angenehm waren und zweitens niemand grossartig schnarchte (von Anlaufschwierigkeiten während der ersten Stunde abgesehen).
Nach der Tagwacht um 6.00 Uhr gings ans Zmorgenbuffet mit selbstgebackenem Brot und ebensolcher Züpfe. Irgendwie schafften wir es, dem grossen "Gräbel" auszuweichen und selber keines zu veranstalten, so dass wir kurz von 7.00 Uhr relativ schmerzlos in die Bindungen stiegen und über schön tragenden Schnee in die Morgendämmerung hinauslaufen konnten. Die Stimmung wechselte alle par Minuten und gab der Fotografin der Truppe einiges zu tun. Im letzten steilen Hang zum Sattel unter dem Grossen Leckihorn merkten wir bereits wieder die Wärme und als wir um ca. 8.20 Uhr auf dem Gipfel standen, fror dort oben niemand. Eine tief verschneite, aquarellzarte, leicht diesige Morgenberglandschaft tat sich nach allen Seiten hin auf und bestätigte unsere Überzeugung, am genau richtigen Ort zu sein.
Zurück zum Skidepot und an die Abfahrt. Der Muttengletscher wollte mit Gefühl gefahren werden, wobei diejenigen mit breiteen Skis und wenig Gewicht im Vorteil waren. Viel Platz, viel unverfahrenen Schnee, viele Berge – und viel Freud. Allerdings hiess es dann: nochmals Felle aufziehen und gegen den Stotzigen Firsten aufsteigen. Südosthang, schön an der Sonne,,, da vergossen wir den einen oder anderen Schweisstropfen. Weil wir bei der noch bevorstehenden Abfahrt nach Realp nicht in sumpfigem Schnee stecken bleiben wollten und deshalb vorwärts machen wollten, stiegen wir nicht bis ganz auf den Gipfel sondern kürzten quer über eine weite, flache Ebene ab. Zur Sicherheit schickten wir Ivo voran, um zu sehen, ob das überhaupt ohne grossen Aufwand ging. Ja, es ging, der Schnee war so gut. Dass man ohne viele Stockstösse hinüber kam, wenn man sich still hielt und die Ski nicht beim Fahren störte. Dann waren wir auf dem breiten Nordostrücken, über den die viel begangene Normalroute auf den Stotzigen Firsten führt, und dort erwartet uns zum krönenden Abschluss der schönste Sulzschnee, den wir uns wünschen konnten, bis hinunter in den Talboden nach Realp.
Timing, Verhältnisse, Wetter, Gruppendynamik – alles passte perfekt. Wie immer auf Renés Touren. (Gut, vom Sonnenbrand eines Teilnehmers schweigen wir wohl besser...)

Bericht: Madeleine Bieri

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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© SAC Sektion Lauterbrunnen 2009