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Tourenberichte 2010

 

Mittaghorn 3'892 müM,  17./18. April 2010

Bergführer: Adrian Kaelin
Bergführer-Aspirant: Jochen Stiefvater
Teilnehmer:: Kathrin Abbühl, Thomas Buser, Stefanie Felgenhauer, Margrit Feuz, René Feuz, Werner Gisler, Andreas Reichenstein, Martin Schmied, Thomas Schmied, Catrin Wetzel
Tourenleiterin: Therese Gertsch

An diesem strahlend schönen Samstagmorgen waren wir nicht alleine unterwegs in der voll besetzten Wengernalpbahn. Wir erreichten die Kl. Scheidegg, wo ein emsiges Treiben von Tourengängern und Touristen herrschte. Ski, Stöcke und Rucksäcke wollten so schnell wie möglich verstaut sein, um in der Jungfraubahn noch einen Sitzplatz ergattern zu können. Letztendlich fand jedermann/frau ein Plätzchen für die letzte Etappe der Anreise auf das Jungfraujoch.
Einige unserer TeilnehmerInnen begegneten sich bereits unterwegs und die letzten Mohikaner stiessen in der Cafeteria im Jungfraujoch zur Gruppe. Bei einem Kaffee mit Nussgipfel wurden wir von unserem Bergführer Adi Kaelin über die bevorstehende Tour auf das Mittaghorn informiert.
Der nächste Treffpunkt war beim Stollenausgang. Einige von uns nutzten die Zeit, um kurz das wunderschöne Panorama auf der Sphynx zu geniessen.
Unsere Fahrt vom Jungfraujoch führte hinab in die Gletschermulde. Nach dem Aufziehen der Felle stiegen wir gemütlich und in einer Schlange (siehe Bild) dem Louwitor/Lauitor, 3‘650m entgegen. Schon bald wurden die eine oder andere Kleiderschicht entfernt. Die Sonne schien erbarmungslos auf unsere Köpfe. Oben angelangt empfing uns der Wind und wir beschlossen, so rasch wie möglich einen windgeschützten Ort aufzusuchen. Wir genossen die Abfahrt bei besten Verhältnissen, bewunderten die zahreichen tiefen Gletscherspalten, die wir grosszügig umfuhren und bestaunten die herrliche Bergwelt. Auf dem Aletschfirn angelangt, konnte man doch die ersten knurrenden Magen hören und wir gönnten uns eine Auszeit an der Sonne und mit Blick auf den Konkordiaplatz und den Gipfeln ringsum. Nach der Rast führte uns der Aufstieg über den Aletschfirn in die Hollandiahütte auf 3‘240müM. Die Hütte befindet sich immer im Blickfeld und einige von uns schätzten sich glücklich, als wir endlich auf der Hüttenterrasse angelangt waren.
Im Winterraum durften wir uns einquartieren und bald schon sassen alle am langen Tisch in der gemütlichen Hüttenstube bei einem kalten Drink. Es wurde rege über Gott und die Welt diskutiert und kurz nach 18.00 Uhr verwöhnten uns die Hüttenwarte mit einem feinen Abendessen. Adi zeigte uns auf der Karte die Routenwahl der morgigen Tour. Einige vertieften sich wiederum in interessante Gespräche und andere widmeten sich dem Jassspiel. Früher oder später trafen sich alle wieder im Winterraum zur willkommenen Nachtruhe.
Die Hütte war voll besetzt und so fand am Sonntagmorgen früh ein reges Treiben statt. Letztendlich standen wir alle mehr oder weniger frisch, munter und voll Tatendrang bereit zum Aufstieg über den Aebni Flue Firn zum Mittaghorn. Das Wetter, vorerst sah es noch aus als würde sich die Nebeldecke heben, liess jedoch mehr und mehr zu wünschen übrig. Nach einer kurzen Pause entschieden Adi und Jochen in Richtung Anujoch hochzusteigen und vor Ort zu entscheiden, ob wir den Gipfel in Angriff nehmen wollen. Im Schneegestöber und «Schritt für Schritt» stiegen wir unserem Ziel entgegen. Im Joch angelangt, schien uns die Sonne ins Gesicht. Die Felle wurden entfernt, die Skier auf den Rucksack gebunden, die Steigeisen montiert, der Pickel bereit gestellt und angeseilt nahmen wir den letzten Anstieg in Angriff. Über den zuletzt schmalen Südgrat gelangten wir wohlbehalten auf den Gipfel des Mittaghorns. Hier verläuft die Grenze zwischen den Kantonen Bern und Wallis. Während der kurzen Rast konnten wir kurz die Umrisse der naheliegenden Berge erkennen. Die Abfahrt führte uns über eine steile Flanke und den Anugletscher hinunter zur Anenhütte. Im Mittelteil der Abfahrt war der Nebel so dicht, dass wir eine kurze Pause einlegten und hofften, dass sich die Silouette der Sonne durch die Wolken drängen würde. Leider war uns dies vergönnt. Also beschlossen Adi und Jochen kurzerhand Catrin und mich ans Seil zu nehmen und zu viert fuhren wir langsam den Gletscher runter. Die andern Teilnehmer folgten uns strikt in der Spur. Am Seil fahren ist ein heimtückisches Unterfangen und will geübt sein… Glücklicherweise hob sich der Nebel und die letzten paar hundert Höhenmeter genossen wir die herrlich schönen Sulzschneehänge. Beim Blick zurück konnten wir die imposante Gletscherwelt bestaunen.
In der Anenhütte stillten wir unseren Durst und die Weiterfahrt über die Fafleralp führte uns bis zur Strassenbarriere in Blatten. Bis hier liess uns der Schnee die letzten Spuren legen…
Für diejenigen, welche es mit der Heimreise nicht so eilig hatten, endete die zweitägige Tour im Restaurant «zum Fröhlichen Jass» bei einem Gläschen Fendant und einem mundenden Wallisertrockenfleischteller.
Ein herzliches Dankeschön an Adi und Jochen für die sichere Führung und den KameradenInnen für die rege Teilnahme.
 

 

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© SAC Sektion Lauterbrunnen 2010