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Tourenberichte 2010

 

Ofenhorn Südgrat 2'943m.ü.M &
Tieralplistock 3'382m.ü.M, 02./04. Juli 2010

Bergführer: Martin Schürmann
Teilnehmer: Madeleine Bieri, Ivo Kreiliger, Werner Gisler, Pascal Kolly
Tourenleiter: Marcel von Allmen

Bei sehr heissen Temperaturen verabredeten wir uns am Freitag 2. Juli beim Bahnhof Interlaken Ost. Bei Martin und Pascal wurden die Rucksäcke in ihre Autos verladen und schon gings Richtung Gelmerbahn Talstation. Es ist immer wieder ein eindrückliches Erlebnis mit dieser spektakulären Standseilbahn zu fahren.
Die Sonne war uns gnädig und versteckte sich teilweise hinter den Wolken und sendete uns zeitweilig ein paar Regentropfen. So wurde der Aufstieg zur Gelmerhütte nicht zur Plage. DA der Tourenleiter es versäumt hatte die Hütte zu reservieren durften wir in der Dependance unsere Betten beziehen. Wie sich schon bald herausstellen durfte, war dies für uns sogar ein Glücksfall, denn die Hütte ist an diesem Wochenende praktisch ausgebucht. Samstagmorgens um ca. 05.45 Uhr marschierten wir Richtung Ofenhorn los, welches wir in 1 ½ Stunden erreichten. Am Wandfuss angekommen verköstigten wir uns ein wenig. Dann „Gstältli“ anziehen und das entsprechende Material an den Gurt einklicken und schon stieg Martin voraus in die erste Seillänge. Werner, der bei unserem Bergführer am Seil war stieg kurz darauf auch in die Wand ein, nachdessen Martin der erste Standplatz erreicht hatte. Die zweite Seilschaft bildeten Pascal und ich.  So berblieben noch Madeleine und Ivo welche den Schluss bildeten.
Die ersten beiden Seillängen sind recht gut eingerichtet was uns auch recht war, denn in der 2. Seillänge wartete bereits die Schlüsselstelle auf uns. Martin und Pascal kletterten in den Bergschuhen während wir anderen es vorzogen in den Kletterfinken die schwierigsten Passagen zu überwinden. Von hier an sahen wir keinen Bohrhaken mehr, ausser bei den beiden Abseilstellen. Es musste alles selber gelegt und abgesichert werden, die Klettereien wurden jedoch auch etwas leichter, aber die Felsqualität liess teilweise zu wünschen übrig. Es musste sehr bedacht geklettert werden, damit die sich unter einem befindende Seilschaft nicht mit Steinschlag getroffen wurde, Die 3 Seilschaften harmonierten sehr gut miteinander, so dass wir nach ca. 6 ¼ Std. seit dem Einstig, den Hautgipfel erreichten. Oben angekommen stellten wir fest, dass mit den sehr hohen Temperaturen nicht nur wir gestiegen sind, sondern auch die Wolken sich gegenseitig hochtürmten. Nach kurzer Rast nahmen wir den Abstieg unter die Füsse aber man konnte auch hier die Erosion feststellen, denn der „Weg“ bestand nur aus Schutt und nochmals Schutt.
Zum Glück erreichten wir bald das Schneefeld welches uns wieder Richtung Einstieg hinunter führte. Es gibt da verschiedene Varianten die Höhenmeter zu vernichten: Auf dem Rucksack wie auf einem Schlitten, oder stehend, eine Art Skifahren.
Unten angekommen holten wir noch unsere Stöcke, welche vor dem Einsteigen deponiert wurden und marschierten wieder Richtung Hütte zurück. Angekommen bei der Hütte legten wir unsere nassen Kleider und Ausrüstungsgegenstände zum Trocknen aus. Doch leider wurde der Helm von Werner durch eine Windböe, den Hang hinunter geblasen, der auf „Nimmerwiedersehen“ verschwand. Eben dieser Wind bracht uns einen Wetterumsturz und kurz darauf begann es dann auch zu regnen.
Da die Hütte, wie schon gesagt sehr gut besetzt war, durften wir unser Abendessen im Estrich einnehmen. Bei angenehmen Temperaturen und sogar mit Kerzenlicht wurde uns, wie auch schon am Freitagabend, ein sehr gutes Abendessen vorgesetzt. Man kann das kulinarische und die Gastfreundschaft in der Gelmerhütte bei Ruth und Walter Schläppi nur rühmen.
Sonntagmorgen 03.15 Uhr (wir haben uns fast verschlafen) nahmen wir guten Mutes das Morgenessen ein und marschierten um 04.00 Uhr Richtung Diechtergletscher. Bei Tagesanbruch wurde das Wetter zunehmend schlechter, so dass wir den Rückzug antraten und zur Hütte abstiegen. Der Rest ist kurz erzählt, Betten herrichten, Rucksack vollständig packen und Abstieg zur Gelmerbahn. Bei den Autos angekommen entschlossen wir uns im nahe gelegenen Restaurant noch mit einem Kaffee und Nussgipfel zu verwöhnen. Doch diese Nussgipfel waren über Nacht wohl verschwunden, so dass wir uns nach längerem Warten mit einem Kaffee begnügen mussten.
Beim Bahnhof Interlaken Ost verabschiedeten wir uns wieder.
An dieser Stelle möchte ich Martin Schürmann für die sehr gute Führung danken, sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das schöne und vor allem unfallfreie Wochenende danken.
Bericht: Marcel von Allmen

 

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