|
Tourenberichte 2010
Birgmannli – Soustal,
20. März 2010
B Bergführer: Fritz
Nyffenegger
Teilnehmende:
Therese Gertsch
(Tourenleiterin),
Margrit und René
Feuz, Werner Gisler,
Martin Schmied, Toni
Wyss (JO), Ivo
Kreiliger, Madeleine
Bieri
Das Hundshorn wäre
vorgesehen gewesen –
das Hundshorn wurde
es nicht. Das war
vermutlich allen
bereits während der
Fahrt aufs
Schilthorn klar.
Föhnig, warm, die
Nacht bedeckt –
schlechte
Voraussetzungen. Der
Kriegsrat im
Drehrestaurant
entschied, dass es
besser war, Südhänge
zu meiden und eine
nordseitige Abfahrt
in Angriff zu
nehmen, nämlich die
Route via Birgmannli
ins Soustal.
Der steile erste
Hang vom
Schilthorngipfel
hinunter war sehr
gut zu fahren und
eindrücklich für
die, die dort noch
nie
hinuntergestochen
waren. Bei der
folgenden Querung
brauchte es etwas
Reaktionsvermögen,
um nicht einigen
Felsen
entlangzuschrammen,
die aus dem Schnee
ragten. Dann hiess
es, Skis aufladen
und steil auf den
Grat hochsteigen.
Bei festerem Schnee
wäre das keine
Hexerei gewesen –
bei dem herrschenden
„Bluder“ erwies sich
allerdings ein
Felsriegel als
Knacknuss. Ivo wich
schliesslich in den
Fels aus und
kletterte ein
überhängendes 4c-,
während Martin
freundlicherweise
eine alternative
Umgehungsspur
stampfte bzw.
wühlte, mit der es
alle auf den Grat
schafften. Da waren
einige von uns
bereits im T-Shirt.
Noch eine Querung
nordseitig und dann
der schöne Hang
gegen das Soustal
hinunter. Oben noch
recht gut zu fahren,
aber Meter für Meter
wurde der Schnee
schwerer, bis er
sich in eine
ziemlich
unberechenbare
klebrige Masse
verwandelt hatte. Zu
diesem Zeitpunkt
donnerten auf der
Südseite des
Soustales bereits
die ersten
Nassschneelawinen
herunter – der
Entscheid, aufs
Hundshorn zu
verzichten, war
absolut richtig.
Fritz drückte denn
auch etwas aufs
Tempo, damit wir
unter den steilen
Hängen wegkamen.
Trotzdem gab es
immer wieder Zeit,
um nach Gämsen
Ausschau zu halten
und die beiden
Bartgeier zu
beobachten, die über
der Sousegg
kreisten. Während
wir Normalsichtigen
mit blossem Auge nur
knapp erkennen
konnten, dass es
sich wirklich um
Geier und nicht um
Adler handelte,
konnte René ohne
Feldstecher
problemlos die
Federbleichung
erkennen, nämlich
„die fünfte Feder
von vorne am linken
Flügel des rechten
Geiers.“ Sagte er
jedenfalls.
Tja, und dann kam
uns in den Sinn,
dass doch auf dem
Weg aus dem Sous
heraus eine Hütte
von jemandem liegt …
Martin hatte bereits
auf dem Schilthorn
vorsorglich nach
Hause telefoniert
und Bescheid
erhalten, dass die
Schnapsvorräte mal
weg müssten. Also
landeten wir auf
seine freundliche
Einladung hin bei
seiner wirklich
heimeligen Hütte.
Die Sonne zeigte
sich, die Bartgeier
steuerten von der
Sousegg hinüber zum
Birg (Mittagszeit),
wir genossen einen
herrlichen Kaffee
mit „haltbarer
Crème“ (Baileys).
Und dazu eine halbe
Dörraprikose.
Ganz versumpfen
konnten wir
allerdings nicht,
der Schnee
versumpfte schon
genug, also
verriegelten wir das
Heimetli wieder und
pflügten weiter
hinunter Richtung
Isenflueh. Da der
Schlittelweg noch
präpariert war,
schafften wir es
tatsächlich bis
neben die
Postautostation
(sofern man auf der
Strasse immer die
richtige Seite
erwischte).
Ein grosses Merci an
Martin für die
Gastfreundschaft, an
Therese für die
Organisation und an
Fritz für die
sichere Führung bei
diesen eher heiklen
Bedingungen. Wir
haben das Beste aus
diesem Tag gemacht
und hatten ein paar
gute, genussreiche
Stunden in einer
herrlichen Umgebung.
Bericht: Madeleine Bieri
|